Buch zum Lesen: Die Tribute von Panem – Flammender Zorn

Klappentext (enthält SPOILER):

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen!
Katniss lebt! Schwer verletzt wurde sie von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Allerdings ist sie damit noch längst nicht außer Lebensgefahr. Doch Katniss‘ einzige Sorge gilt Peeta, der in den „Hungerspielen“ sein Leben für sie gelassen hätte. Die Regierung hat ihn gefangen genommen, ihn gefoltert und seinen Willen gebrochen, um ihn als Werkzeug für ihre Zwecke zu missbrauchen. Das Ziel des Kapitols: die entgültige Vernichtung der Aufständischen. Und zu denen zählt auch Gale, Katniss‘ treuer Freund aus Kindheitstagen…

Meine Meinung:

Nachdem ich von den ersten beiden Teilen der Panem-Reihe sehr begeistert war, hat mich dieser Abschluss leider ziemlich enttäuscht. Beim Lesen kam es mir vor, als hätte die Autorin einfach drauflosgeschrieben und vorher kein richtiges Konzept gehabt. Katniss, die ich in den ersten Teilen trotz ihrer unfreundlichen Art mochte, war mir einfach nur noch unsympatisch. Diese ganze Sache mit „Ich bin der Spotttölpel“ fand ich irgendwie albern. Und dass Kriege grausam sind ist klar, doch einige Momente im Kampf der Rebellen gegen das Kapitol wurden unheimlich brutal beschrieben. Abgefetzte Gliedmaßen mögen für einen Thriller angemessen sein, doch für ein Jugendbuch ist es meiner Meinung nach etwas zu krass. Wenn der Roman verfilmt wird, muss wieder ordentlich verharmlost werden, sofern der Film nicht erst ab 18 freigegeben sein soll.
Außerdem konnte ich mir einiges nicht bildlich vorstellen (Stichwort Kapseln, wer das Buch schon gelesen hat), die Autorin konnte mir ihre Vorstellungen hiervon teilweise nicht richtig übermitteln. Natürlich sollte man seiner Fantasie beim Lesen selbst freien Lauf lassen, doch mir ist es in dem Fall schwer gefallen (daher bin ich gespannt, wie das Ganze im Film aussehen wird).
Während der Klappentext auf eine tragische Liebesgeschichte anspielt, fand ich die ganze Story furchtbar unromantisch. Katniss ist gefühlsmäßig abgestumpft, was angesichts der Umstände verständlich ist, trotzdem wurde versucht die Liebesgeschichte warmzuhalten. Aufgrund der fehlenden Emotionen kam das aber unglaubwürdig rüber. Lediglich der letzte Satz des letzten Kapitels erweichte mich ein bisschen, der war echt süß und kitschig ;) Danach folgt allerdings noch ein lieblos dahingeklatschter Epilog, der mich stark an das Ende von Harry Potter erinnerte.
In dem Kampf gegen das Kapitol müssen viele Charaktere sterben, doch darauf wird kaum weiter eingegangen. Auch die Überlebenden kommen in meinen Augen zu kurz, man erfährt so gut wie nichts über ihre Gefühle und ihre Zukunft.
Was mich noch irritiert hat: Kurz vor Schluss wird eine wichtige Entscheidung bezüglich der Hungerspiele getroffen, von der ich nicht weiß, ob sie schlussendlich noch durchgeführt wurde oder dann doch nicht?! Das wurde gar nicht mehr angesprochen. Von daher denke ich, dass es sich „erledigt“ hat… Oder?
Positiv aufgefallen ist mir, dass die Enden der Kapitel immer einen spannenden Moment bringen, sodass man zum Weiterlesen animiert wird. Beim Lesen hatte ich aber ein bedrückendes Gefühl, das zum Schluss hin immer schlimmer wurde. Ich hatte gehofft, dass das Ende der Geschichte die Beklemmung löst, doch dem war leider nicht so. Ich hätte mir einen schöneren Ausgang gewünscht.

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2 Antworten zu “Buch zum Lesen: Die Tribute von Panem – Flammender Zorn

  1. wirsindherzhaft 8. Mai 2012 um 01:16

    Noch jemand dem Katniss unsympathisch ist – fand gerade die ersten Bücher auch super spannend, aber eine so ätzende Hauptperson habe ich wirklich selten erlebt! Ihr ewiges „Wen liebe ich? Liebe ich wen?“ ging mir auf die Nerven, ich mein die ist ja kein kleines Kind, genau wie ihr „Ich will doch gar nicht Gesicht einer Revolution sein, blablabla“ – schlimm!
    Natürlich war das lesen trotzdem noch spannend, aber die Beklemmung die du so treffend erklärst habe ich auch gespürt – irgendwie konnte ich mich nicht so recht freuen, obwohl Peeta und Katniss ja zusammen enden… Das Ende war mir aber auch irgendwie zu abrupt und unrealistisch. Nun ja – schöne Rezension auf jeden Fall! :)

    • Rina Tisch 8. Mai 2012 um 23:02

      Dankeschön! :)
      Ja, ich konnte mich auch nicht so richtig drüber freuen, auch wenn ich „für Peeta“ war ;) … Gale wurde mir zu einfach aus der Geschichte genommen, wo er doch einer der wichtigsten Menschen in Katniss‘ Leben war. Hab bis zum Schluss gerätselt, für wen von den beiden sie sich entscheiden wird und wie das für den anderen ist (wenn beide überleben) – und dann geht Gale einfach woanders hin und ist anscheinend nicht mehr so wichtig… Aus den Augen, aus dem Sinn ^^

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